Die Zeit vergeht so schnell, Wahnsinn. Gefühlt habe ich erst gestern den ersten Beitrag meiner kleinen Reihe Fotografie 1×1 veröffentlicht, und schwupps ist tatsächlich schon wieder eine Woche rum und Teil 2 steht auf dem Plan. Zeit passt aber auch wunderbar zum Thema dieses Beitrags, denn genau darum geht es heute. Natürlich nicht um die Zeit an sich, aber um die sogenannte Verschluss- bzw. Belichtungszeit.

Ein kurzer Rückblick: Die Blende

Die Blende steuert bzw. regelt den Lichtdurchlass im Objektiv. Ist die Blende weit geöffnet (kleine Blendenzahl) kann viel Licht bis zum Sensor gelangen. Ist sie hingegen weiter geschlossen, hat das Licht es schon deutlich schwerer, dafür ist der Schärfebereich aber größer. Dies eignet sich z.B. für Landschaftsaufnahmen, während eine offene Blende eher dort Anwendung findet, wo z.B. ein verschwommener Hintergrund benötigt wird.

Was ist die Verschlusszeit?

Wenn Du eine Verschluss- oder auch Belichgungszeit an Deiner Kamera einstellst, dann legst Du darüber fest wie lange das Licht auf den Sensor (bei analogen Kameras der Film) treffen darf, Sprich: Wie lange belichtet wird.

Was bringt das?

Die richtige Verschlusszeit ist wichtig, damit Deine Fotos nicht unter- bzw. überbelichtet werden. Fällt nämlich zu lange Licht auf den Sensor, dann ist Dein Foto am Ende einfach nur weiß. Wenn der Verschluss zu kurz geöffnet ist, dann ist das Ergebnis ein sehr dunkles oder gleich ganz schwarzes Foto.

Die Verschlusszeit kann aber auch kunstvoll eingesetzt werden, z.B. für Langzeitbelichtungen oder in der Highspeedfotografie. Ersteres möchte ich Dir hier mal anhand eines kleinen Beispiels vorführen.

Hamburger Süderelbe

Dieses Foto wurde mit den folgenden Einstellungen gemacht:

Blende: 8
ISO: 200
Verschlusszeit: 1/40 Sekunde

Langzeitbelichtung bei Tageslicht von der Hamburger Süderelbe

Und dieses Foto habe ich mit Hilfe eines Graufilters (ND- oder auch Neutraldichtefilter) Graufilters (ND- oder auch Neutraldichtefilter) länger belichten können. Der Unterschied ist recht deutlich zu erkennen. Beim letzten Foto verwischen die Bewegung der Wolken und die des Wassers, so dass ein ganz anderer Look entsteht. Die Einstellungen für dieses Foto lauten wie folgt:

Blende: 8
ISO: 200
Verschlusszeit: 1 Minute 26 Sekunden

Das Gegenbeispiel hat Henning in seinem Beitrag „Die Zitrone im Wasser“ geliefert. Dort sind eher kurze Belichtungszeiten wichtig, ansonsten wäre die Zitrone nämlich nur als gelber Streifen auf dem Foto zu sehen 😉

Wo wird die Verschlusszeit eingestellt?

Um die Verschlusszeit selber einstellen zu können, solltest Du Deine Kamera in den Betriebsmodus Tv (Verschlusspriorität), bei manchen Herstellern auch einfach nur T. In diesem Modus kannst Du die Verschlusszeit anschließend direkt über ein Drehrädchen an der Kamera einstellen. In dieser Betriebsart stellt die Kamera danach die passende Blende automatisch ein.
Ich selber bevorzuge den manuellen Modus (M), denn hier lassen sich sowohl die Blende als auch die Verschlusszeit selber einstellen und man bekommt ein besseres Gefühl für das Zusammenspiel dieser Einstellungsmöglichkeiten.

Für Langzeitbelichtungen, die länger als 30 Sekunden dauern sollen, empfiehlt sich der sogenannte Bulb Modus. Ist dieser aktiviert, belichtet Deine Kamera so lange, wie Du den Auslöser drückst. Wie Du den Bulb Modus aktivieren kannst, steht in der Bedienungsanleitung Deiner Kamera. Die einzelnen Kameramodelle unterscheiden sich an dieser Stelle häufig voneinander, so dass ich leider keine allgemeingültige Anleitung geben kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es bei Pentax Kameras (zumindest bei meiner alten K10D) eine Betriebsart für Langzeitbelichtungen gibt, die mit einem „B“ auf dem Einstellrad gekennzeichnet ist. Bei Nikon Kameras wechselst Du einfach in den manuellen Modus und drehst das Rad für die Verschlusszeit so lange nach links, bis das Wort Bulb im Display erscheint.

Ich hoffe meine kleine Reihe Fotografie 1×1 hat Dir bisher gefallen. Ich würde mich in jedem Fall über einen Kommentar freuen und wenn Du Fragen hast, kannst Du diese natürlich auch sehr gerne in die Kommentare posten, oder eine kurze Mail schicken.

Im nächsten Beitrag erkläre ich Dir was der Fokus ist und was man damit alles machen kann.

Mit Freunden teilen...


Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.